Dienstag, 5. Juli 2011

Literatur

Denk ich, schreiben, kann ich nichts tun, ich sitze da, verklärt und schreibe nichts, ich tue auch sonst nichts anderes.
Aber wenn ich denke, sündige, fallen mir die Worte wie
frische Socken ins Gesicht, sie beissen und zerreissen mein Herz.

Keine Ahnung

Die Arbeiten an diesem Blog werden den Rest meines Lebens in den Hintergrund stellen. Ich versuche intensiver zu arbeiten als je.
Diesmal sage ich mir, hast du eine Chance.
Aber schon sehe ich mich wieder zusammenzucken, schon verweile ich in dem Durst meines Zweifels, schon unterliege ich, erneut, so wie damals.
Es war in meiner Stammkneipe. Da sah ich sie hinter einem russischen Mann stehen, der Mann war sicher bewaffnet, er hatte Durst, er schob sie zur Seite, nicht brutal, aber energisch, das gefiel ihr und ich, ich war verloren.
Später saß ich wie sie am Brückenstein stand, traurige Augen, aber ein mutiger Mund, ich fragte sie, willst Du mit zu mir gehen.
Plötzlich, als wir schon etwas gingen, stand der russische Mann hinter uns, wieder schien er sehr durstig, wir fragten ihn, ob wir ihn helfen könnten.
Aus ihm tropfte die Trockenheit, er hatte Ähnlichkeit mit einem aufgeschreckten Teppich, als wir endlich bei mir waren, rief sie, wir müssen seinen Atem auswechseln.
Ich starrte für Minuten auf ihre Brüste, die sie unter ihrem T-Shirt versteckt hielt, ich dachte, sie wird bei mir bleiben, ich sagte es und wusste, sie wird gehen.
Wir kümmerten uns um den Russen, wir holten Medizin. Zuerst ich, aber es war die Falsche, dann ging sie, ich dachte, ich wäre verloren, käme sie nicht mehr wieder.Sie kam wieder, sie lachte vor Angst der Russe könnte bemerken dass sie an ihn dachte.
Sie entschuldigte sich bei ihm, sie sagte, es ist keine Apotheke mehr auf und ich habe kein Geld.
Sie sagte es in der Art wie man einen Brief schliesst, von dem man ahnt, dass er endgültig ankommen wird.

Der innere Kampf begann. Ich wusste dass ich es nicht schaffen würde und das machte das alles nicht einfacher.
Der Russe erholte sich wieder und wurde charmant, er lobte ihren Gesang, ihre Hüften, er fragte sie, wann sie sich wiedersehen könnten. Sie lachte, drehte sich dabei ein paar mal um und ich hatte das Gefühl, er hatte sich in ihr Lachen festgesetzt, er war bereits Teil dieses Lächelns.

Wenn ich die Zweifel befolge, wenn ich ihren Wege gehe, were ich niemals ankommen. So wird mich meine eigene Sprache fortwehen, wird mich Verlorener hinter einer Ecke verstaunen, vielleicht hat man hinter dieser Ecke die beste Sicht auf die Welt, vielleicht wird das mein Gefängnis sein.

Für einen Moment bekam das Leben einen Riss, ich kam mir vor, als wäre ich raus aus der Handlung.
Der Russe nahm ihre Hand und beide gingen sie in die Küche.
Ich saß auf einem der Stuhlkörbe und versuchte mich zu befriedigen, es gelang nicht.
Ich stellte mir eine Vierhundertmeter Staffel der Frauen vor, ich stellte mir vor, wie sie versuchten mein Glied in die Hand der anderen zu legen, es funktionierte nicht. Die Staffeldamen verloren den Mut und kamen nicht an.

Wahrnehmung kann ein Trost sein. Du findest irgendeinen Punkt in dieser Maskerade und empfindest es. Du besteigst die Treppenstufen der Wirklichkeit, ich muss lachen, ganz siche, muss ich lachen, denn ich stelle mir diese Treppe wie einen Umhang vor, den man um sich schmiegt, damit die Minuten in denen man leidet, wenigstens nicht sichtbar werden.

Manchmal begannen die Träume schon vor dem einschlafen im Zimmer zu stehen, sie beachteten mich gar nicht, sie schienen sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten.

Im Stillen war ich dem Russen dankbar, immer wenn ich den Kontakt einer Frau suche verpasse ich diesen Eindruck den man machen muss, ich versuche Scherze zu machen, sage Dinge ungeordnet, begreife selber nicht was ich ihr sage und schweige schließlich, bis sie sich in die Haare fasst und geht.

Ich hatte während ich schrie nie den Gedanken daran, das alles was ich aufschrieb erst geschehen würde.
Ich hatte diesen Blog eröffnet, in dem Gedanken, mit ihm mehr über mein Schreiben zu erfahren, aber genau das fand ich nicht, dafür fand ich diese Geschichte.

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